Vals in den Medien

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Die örtliche Gandahus-Vereinigung sanierte das einzigartige Bauwerk Methusalem. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auf den Denkmaltag vom 11. September 2021 hinweisen (Details im u.s. Artikel von suedostschweiz.ch erwähnt).

→ Flyer Denkmaltag Lärchabodastall

 

Bald ist der Valser «Methusalem» im Trockenen

Die ältesten Teile des Lärchabodastalls oberhalb von Vals stammen aus dem Jahr 1329. Jetzt saniert die örtliche Gandahus-Vereinigung das einzigartige Bauwerk.

Wenn im kommenden September wieder europaweit die alljährlichen Tage des Denkmals anstehen, wird sich alles um eine Frage drehen: Was benötigen wir, damit Materialien und Konstruktionen nicht wie billige Massenware nach kurzer Zeit zerfallen? Denn die Jahrhunderte überdauern sie nur, wenn sie hochwertig sind und das Wissen vorhanden ist, wie man sie richtig verarbeitet und instand hält – nicht umsonst heisst das diesjährige Denkmaltage-Motto «Gewusst wie». Wer nach einem guten Beispiel für solche qualitätsvolle Handwerkskunst sucht, wird unter anderem auf dem Valser Lärchaboda fündig.

Ganze sieben Jahrhunderte haben Teile des Stallgebäudes auf dem Buckel, das dort in der gächen Wiese steht, das haben dendrochronologische Untersuchungen des Archäologischen Diensts Graubünden ergeben. Das Fälldatum der ältesten Balken: 1329 und 1423. Damit wird der Lärchabodastall zum «Methusalem» unter seinesgleichen. Seine Rekordhölzer zählen zu den ältesten noch erhaltenen Überresten von Stallbauten in Graubünden.

Teil der Valser Identität

Es ist der erste Mittwoch im Juni, neben dem eingerüsteten Lärchabodastall ragt ein Kran in den Valser Himmel, Urban Sprenger von der Tarcisi Maissen AG aus Trun lupft mithilfe des Hebegeräts schwere Steinplatten aufs Dach. Die Firma hat 2018 den Steinbruch Garlag in Vals übernommen, und mit dem dort abgebauten Quarzit decken Sprenger und ein Mitarbeiter nun das historische Bauwerk neu ein. «Wir haben ganz bewusst Stein von dieser Seite des Tals gewählt», sagt Pius Walker. Der einheimische Natursteinmauer-Spezialist betreut als Projektleiter die Instandstellung des Lärchabodastalls, ein Vorhaben, das für den Erhalt des «Methusalems» unabdingbar ist. Und er weiss: «Wenn man mit dem Material arbeitet, das in der Nähe vorhanden ist, stimmt das Resultat eigentlich immer.»

Eine Summe von rund 200’000 Franken hat die Valser Gandahus-Vereinigung als heutige Besitzerin des Stalls für das Projekt budgetiert; einen Beitrag an die Kosten leisten unter anderen die kantonale Denkmalpflege und die Gemeinde. Mit der Vereinigung, die auch das Valser Ortsmuseum betreibt, hat das wertvolle Objekt mittlerweile eine Eigentümerin von öffentlichem Charakter; der Lärchabodastall soll denn auch in Zukunft für Interessierte zugänglich werden. «Die über die Landschaft verstreuten Ställe gehören zur Identität von Vals», meint Gandahus-Präsident Peter Loretz, «auch wenn viele finden, diese Bauten brauche es nicht mehr.» Das Engagement der Vereinigung auf dem Lärchaboda soll deshalb auch noch einen Nebeneffekt haben, wie Loretz hofft: «Vielleicht ist es ein Ansporn für andere Besitzer, ihren Stall ebenfalls zu sanieren.»

Seit 1780 fast unverändert

Vom Lärchabodastall weiss man laut Walker, dass er sicher 50 Jahre lang nicht mehr genutzt wurde. Seine Lage war zu ungünstig. «Das war ein Stück weit aber auch ein Glück», stellt er fest. Denn letztmals umgebaut wurde er deshalb vor rund 240 Jahren, «seither wurde nicht mehr viel investiert». Mit anderen Worten: Von der Substanz aus der Zeit um 1780 ist noch sehr viel vorhanden – und natürlich sind auch die rekordalten Balken aus dem Spätmittelalter erhalten. Wobei: «Wenn nicht alles aus Lärchenholz wäre, würde der Stall wohl nicht mehr stehen», vermutet Walker. «Und weil der Grund hier sehr durchlässig ist, hat es auch wenig Feuchtigkeitsschäden.» Die Lärchen für den Bau, so Walkers Theorie, wurden vor Ort gerodet, eben auf dem Lärchaboda, und dann für das Bauwerk verwendet. Zu einer Zeit notabene, als noch die Romanen im Tal präsent waren.

«Für die Restaurierung verwenden wir nur neues Holz», betont der Projektleiter, «kein altes. Wir wollen klar zeigen, was jetzt gemacht worden ist.» Dafür sind aber alle Handwerkstechniken, die auf der Baustelle zur Anwendung kommen, althergebrachte Methoden, gerade auch beim Holzbau. Davon zeugen unzählige Ausführungsdetails, von den hölzernen Zapfen, die die Balken fixieren, bis zur Bearbeitungsart der Oberflächen. Unter seinem neu gedeckten Dach im Trockenen sein wird der «Methusalem» schon in wenigen Tagen, und Ende Juni soll die gesamte Instandstellung abgeschlossen sein. Womit man wieder bei den Denkmaltagen wäre: Sie finden am 11. September auch in Vals statt, und zwar beim Lärchabodastall. Denn immerhin lassen sich an seinem Beispiel nun 700 Jahre Holzbau aufzeigen – von 1329 bis 2021.

Dienstag, 8. Juni 2021 / Quelle: Südostschweiz


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→ Beitrag Regionaljournal Ostschweiz von SRF